Zertifizierte Weiterbildung
Systemische Elternberatung

TERMINE 2027 bis 2029
7 Module im Zeitraum November 2027- Januar 2029
15.11.2027 – 17.11.2027
10.01.2028 – 12.01.2028
06.03.2028 – 08.03.2028
10.05.2028 – 12.05.2028
04.09.2028 – 06.09.2028
27.11.2028 – 29.11.2028
17.01.2029 – 19.01.2029
Beginn und Ende der Seminartage:
Tag 1: 9:30 Uhr 18:00 Uhr
Tag 2: 9:00 Uhr 18:00 Uhr
Tag 3: 9:00 Uhr 17:00 Uhr
Systemische Elternberatung –
Haltung, Handlungsstärke und neue Wege der Unterstützung
Qualifizierung für systemische Gesprächsführung & Veränderungsarbeit
Berufsbegleitende Weiterbildung in 7 Modulen
Praxisnah und zielgerichtet: Die Weiterbildung vermittelt praxiserprobte Methoden und eine gestärkte Haltung für die wirksame Arbeit mit Eltern in unterschiedlichsten Lebenslagen und Familienkonstellationen.
Situationen wie diese kennen viele Fachkräfte in Schule, Kita, Jugendhilfe, Beratung und Psychiatrie:
„Zu Hause eskaliert es fast täglich, aber die Eltern trauen sich nicht mehr, Grenzen zu setzen.“
„Die Eltern sagen, sie hätten schon alles versucht: Strafen, Reden, Belohnen. Nichts hat gehalten.“
„Die Tochter ist 14, kommt und geht, wie sie will. Die Eltern sagen, sie haben keine Kontrolle mehr.“
„Die Eltern erwarten von mir, dass ich das Verhalten ihres Kindes in den Griff bekomme. Und ich frage mich, welche Rolle sie selbst dabei haben.“
Warum diese Weiterbildung?
Die Landschaft systemischer Ausbildungen ist vielfältig, aber oft stark spezialisiert. Dieses Konzept verbindet bewährte Ansätze, zum Beispiel die Elterliche Präsenz und den Gewaltlosen Widerstand nach Haim Omer sowie das Familienhaus nach Jesper Juul und Engel & Klotmann, zu einem passgenauen Werkzeugkasten für die Beratungspraxis.
- Fokus auf Handlungskompetenz: Die elterliche Rolle und Handlungsfähigkeit werden direkt gestärkt.
- Klarer Schwerpunkt: Im Mittelpunkt stehen die eigene Haltung und Präsenz, konkrete Erziehungssituationen, Konfliktdynamiken und das Üben hilfreicher Methoden.
- Vielseitig anwendbar: Die Methoden lassen sich auf Patchworkfamilien, Paarberatung und weitere Kontexte übertragen.
Im Zentrum steht das systemische Denken und Handeln: Verhalten steht immer im Zusammenhang mit Beziehungen, Kommunikation und den Bedingungen des gesamten Familiensystems.
Ziele und Nutzen für Ihre Praxis
Was mit der Weiterbildung erreicht werden soll:
- Systeme verstehen: Die Teilnehmenden entwickeln ein Gefühl dafür, wie Systeme die Entwicklung und Entfaltung von Menschen beeinflussen und umgekehrt.
- Eigene Anteile reflektieren: Sie reflektieren die eigenen Anteile, die im Beratungsprozess mitwirken.
- Wirkzusammenhänge nutzen: Sie lernen, wichtige Systemfaktoren und Wirkzusammenhänge zu erkennen und gewinnbringend zu nutzen (utilisierend).
- Methoden erproben: Sie erproben lösungsorientierte Methoden, gestalten Interventionen ressourcenorientiert und entwickeln Kriterien, um die Auswirkungen der Arbeit wahrzunehmen und zu überprüfen.
- Selbstwirksamkeit aktivieren: Die Weiterbildung legt Wert darauf, gemeinsam mit den Klient:innen einen konkreten, zielorientierten Hilfeprozess zu entwickeln und deren Selbstmanagement für eigene Lösungen zu aktivieren (Selbstwirksamkeit in der Erziehung, Handlungsfähigkeit).
- Kommunikation erweitern: Die professionelle Wahrnehmung und die systemische Kompetenz der beruflichen Kommunikationsfähigkeit werden erweitert.
- Zufriedener arbeiten: Die Verbreiterung der Handlungsbasis soll helfen, die eigene pädagogische Arbeit qualifizierter und zufriedener zu erleben.
- Ressourcen aktivieren: Die Weiterbildung aktiviert Wachstumspotenziale und Ressourcen der Teilnehmenden, um in der täglichen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Eltern kompetente Partner:innen auf dem Weg zu mehr Selbstwertgefühl und Lösungskompetenz zu sein.
- Eltern befähigen: Die Eltern werden befähigt, anhand eines Reflexionsmodells weitere Herausforderungen in Eigenregie zu lösen.
Aufbau und Umfang
Die Weiterbildung umfasst 200 Unterrichtseinheiten (UE à 45 Min.), aufgeteilt auf 7 Präsenzmodule sowie ergänzende Praxis- und Lerneinheiten.
Umfang im Überblick
- 150 UE Präsenzunterricht: 60 UE Theorie | 75 UE Methoden | 15 UE Sozial-/Selbstkompetenz
- 50 UE Supervision
- Für das Zertifikat zusätzlich: Peergroup-Treffen (50 UE), Eigenstudium (35 UE), dokumentierte Praxiserfahrung (20 UE) sowie Abschlussevaluation und Abschlussarbeit
Die 7 Module im Detail
Modul I: Autorität durch Beziehung
Elterliche und professionelle Präsenz als systemisches Konzept; Grundhaltungen des Gewaltlosen Widerstands und daraus folgende Interventionen.
Modul II: Grundlagen systemischen Denkens und Handelns
Einführung anhand systemischer Theorieüberlegungen; Haltungen und Prinzipien systemischer Beratung; Definition der systemischen Elternberatung; Genogrammarbeit; Auftragsklärung.
Modul III: Systemische Fragetechniken und Kommunikation
Mit Supervision.
Modul IV: Die Elternrolle aus systemischer Sicht
Systemisches Erziehen im Familienhaus; Einführung des Familienhauses.
Modul V: Entwicklung systemisch gedacht
Entwicklungspsychologische Aspekte, Pubertät; mit Supervision.
Modul VI: Besondere Familienformen
Patchwork-, Adoptiv- und Pflegefamilien, multikulturelle Familien; Symbolarbeit, Inneres Team; mit Supervision.
Modul VII: Umgang mit Stress und Krisen
Entstehung und Verlauf von Krisen; Merkmale, Auslöser und Bewältigungsmuster; Umgang mit Krisen in der systemischen Elternberatung; Abschied.
Methodik
Systemik lernt man am besten, indem man sie erlebt. Deshalb wechseln sich Theorie und Praxis ab: Sie üben in Rollenspielen, arbeiten mit Skulpturen und Aufstellungen, sprechen in Kleingruppen und im Plenum und bringen Fälle aus Ihrem Berufsalltag mit. Die Supervision hilft Ihnen, das Gelernte direkt in Ihre Arbeit zu übertragen. Zu jedem Modul erhalten Sie Unterrichtsskripte und Literaturtipps.
Zielgruppe
Für wen: Für alle, die Familien in Krisen oder bei Erziehungsfragen unterstützen, zum Beispiel:
- Sozialarbeiter:innen in Schule, Kita und Familienhilfe (SPFH)
- Pädagogische Fachkräfte und Leitungen in Kita und Hort
- Fachkräfte in ambulanten, teilstationären und stationären Einrichtungen der Jugendhilfe
- Familienberater:innen und Fachkräfte in Beratungsstellen
- Fachkräfte im heilpädagogisch-therapeutischen Bereich
- beratende Fachkräfte, die die Methoden als Coachinginstrument nutzen möchten
Teilnehmerzahl: Max. 18 Personen pro Durchgang (Reihenfolge der Anmeldung). Zu einzelnen Modulen können weitere Teilnehmende hinzukommen, wenn jemand aus einem früheren Durchgang ein Modul nachholt, das er oder sie versäumt hat. So besteht die Möglichkeit, alle Nachweise für einen erfolgreichen Abschluss zu erreichen.
Abschlüsse
Abschluss A: Teilnahmebescheinigung
Nach Abschluss der Weiterbildung erhält jede:r Teilnehmende eine Teilnahmebescheinigung des Systemwerks RLP zur
„Systemischen Elternberatung“.
Abschluss B: Zertifikat „Systemische Elternberatung (Systemische Soziale Arbeit, DGSSA)“
Das Zertifikat des Systemwerks RLP mit Anerkennung der Deutschen Gesellschaft für Systemische Soziale Arbeit ist den Trägern der Kinder- und Jugendhilfe zunehmend bekannt.
Voraussetzung ist der Nachweis aller genannten Anforderungen: 50 UE Peergroup-Intervision, 35 UE Eigenstudium, 20 UE dokumentierte Praxiserfahrung, Abschlussevaluation und Abschlussarbeit.
Lehrende und Supervision
Die Dozent:innen sind von ihrer Grundqualifikation und/oder ihren tatsächlichen praktischen Erfahrungen her Sozialarbeiter:innen bzw. aufgrund der Arbeitskontexte Vertreter:innen der Sozialen Arbeit.
- Anna-Lena Duttenhöffer, Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin B.A., Systemischer Elterncoach, Systemische Beraterin und Therapeutin, zertifiziert im pädagogischen behavioristischen Psychodrama, Insoweit erfahrene Fachkraft (§ 8a SGB VIII)
- Sarah Schmitt, Dipl. Pädagogin, Systemische Beraterin und Therapeutin, Traumapädagogin
- Kathrin Keiber, Dipl. Pädagogin, Systemischer Elterncoach, Systemische Beraterin und Therapeutin, Traumapädagogin
- Philipp Wradatsch (Supervision), Dipl. Sozialarbeiter/Sozialpädagoge, Heilpraktiker für Psychotherapie, Systemischer Berater und Therapeut, Systemischer Mediator und Supervisor, Geschäftsführer und Inhaber der Kinder- und Jugendhilfe MIO
Eckdaten und Anmeldung
Termine
15.11.2027 – 17.11.2027
10.01.2028 – 12.01.2028
06.03.2028 – 08.03.2028
10.05.2028 – 12.05.2028
04.09.2028 – 06.09.2028
27.11.2028 – 29.11.2028
17.01.2029 – 19.01.2029
Teilnahmegebühr
3.045,00 € (mehrwertsteuerbefreit), inklusive Organisationsgebühr, umfangreicher Seminarunterlagen und einer kleinen Verpflegung im Seminarhaus
Veranstaltungsort
AKASA Seminarhaus, Gipserstraße 15, 67433 Neustadt an der Weinstraße
Unterlagen
Zu jedem Modul erhalten Sie Unterrichtsskripte und Literaturempfehlungen.
Nach Ihrer schriftlichen Anmeldung erhalten Sie eine Anmeldebestätigung und etwa zwei Wochen vor dem Start eine Einladung mit weiteren wichtigen Informationen. Ein Anspruch auf Durchführung entsteht durch die Anmeldung nicht. Aus didaktischen Gründen können einzelne Lerninhalte verschoben oder durch Exkurse ergänzt werden.
Weitere Informationen
Die Systemische Elternberatung des Systemwerk RLP verbindet bewährte und evaluierte Konzepte aus verschiedenen Richtungen der modernen Eltern- und Familienarbeit.
Sie basiert auf den Ansätzen der familiären Krisenintervention nach Haim Omer, die insbesondere Familien unterstützt, die mit gewalttätigem oder selbstdestruktivem Verhalten ihrer Kinder konfrontiert sind.
Ergänzt wird dieser Ansatz durch die humanistischen Beratungsprinzipien von Jesper Juul und die praxisorientierten Konzepte von Engel und Klotmann.
Im Zentrum steht stets das systemische Denken und Handeln – also das Verständnis, dass Verhalten immer im Zusammenhang mit Beziehungen, Kommunikation und den Bedingungen des gesamten Familiensystems steht.
Anwendung in unterschiedlichen Arbeitsfeldern
Das Konzept der Systemischen Elternberatung wird inzwischen in zahlreichen Praxisfeldern erfolgreich eingesetzt:
Schulen – zur Stärkung der Erziehungs- und Beziehungskompetenz von Lehrkräften und Eltern
Stationäre und ambulante Jugendhilfe – zur Deeskalation und Stabilisierung von Familiensystemen
Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg Zentrum für Psychosoziale Medizin am UKHD
Elterngruppen und Beratungsstellen – zur Unterstützung bei Erziehungsfragen und Konfliktdynamiken
Unternehmen und Organisationen – im Rahmen von Mitarbeiterführung, Familienfreundlichkeit und sozialer Kompetenzentwicklung
Die bisherigen Erfahrungen zeigen:
Die systemische Elternberatung ermöglicht nachhaltige Veränderung, fördert Kooperation statt Konfrontation und stärkt sowohl Eltern als auch Fachkräfte in ihrer Selbstwirksamkeit.

